3 Jahre nextAudit | Alexander Stoffers lässt revue passieren

3 Jahre sind eine lange Zeit. Beim Aufbau eines Unternehmens das so viel Spaß macht, vergehen sie aber wie im Flug. Bei jedem neuen Meilenstein rolle ich gerne die Geschichte von nextAudit nochmal auf.

In meiner Zeit als Co-Founder bei der Modell Aachen GmbH bin ich immer wieder in Kontakt mit dem Thema Audit gekommen und habe ein großes Potential entdeckt. Wie dieser kleine Keim zu einer echten Idee herangereift ist und schließlich die Gründung von nextAudit zur Folge hatte, können Sie im folgenden lesen. 

 

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Inhaltsverzeichnis

Die Idee

Vorgründungsphase

Die Gründung

Jahr 1: Open Innovation

Jahr 2: Produkt über alles

Jahr 3: Sprungbrett

Die Idee

Ideen kommen bekanntlich überall. Ob beim Kaffeetrinken, beim Bierchen mit Freunden, oder beim Spazierengehen. Über Audits redet man im privaten Alltag aber dann doch nicht all zu viel. Deswegen ist es keine Überraschung, dass die Idee für nextAudit bei einem Projekt während meiner aktiven Modell Aachen Zeit entstanden ist.  

Ein Projekt zum Thema Audit-Management brachte mich nach Reutte in Österreich. Dort beschäftigte Ich mich gemeinsam mit einem Kunden mit der Idee das Audit Modul im Q.wiki zu einer umfassenden Audit-Management-Lösung weiterzuentwickeln. Damals wurde allerdings relativ schnell klar, dass die Grundstrukturen eines Wikis nicht optimal mit den Anforderungen aus dem Audit-Management zusammenpassen. Was blieb war der kleine Gedanke, dass da ein riesiges Potential schlummern könnte.  

Vor der Gründung ist nach der Gründung

Ende 2018 war es dann so weit und ich ließ meine Position als CTO bei Modell Aachen hinter mit, um mich vollständig der Digitalisierung für das Audit Management zu widmen. Eine Sache war von Anfang an klar: Das Ganze als One-Man Aktion durchzuziehen kam nicht in Frage. Also: Ab auf Mitgründersuche! Das stellte mich dann aber vor eine für mich gänzlich überraschende Herausforderung:  

Mit Mitte 30 jemanden zu finden, der für einige Monate auf Gehalt verzichtet um ein Unternehmen aufzubauen? Gar nicht so einfach wie ich mir das vorher gedacht hatte.  

Natürlich kam es für mich als Gesellschafter der Modell Aachen nicht in Frage, alte Teammitglieder mitzunehmen, also versuchte ich über andere Kanäle fündig zu werden. Zufälligerweise traf ich dann beim Badminton Frowin Zaun. Nach wem habe Ich gesucht? Nach einem Mitgründer mit viel technischem Knowhow, Erfahrung und der nötigen Zuversicht. Was habe ich in Frowin gefunden? Einen Experten in hochskalierbaren Systemen mit über 10 Jahren Erfahrung und richtig Lust auf Gründen. Auf jeder Dating Plattform wäre das ein perfektes Match und der nächste Schritt war die Gründung von nextAudit.  

Let’s get started

Ein Vorteil, wenn man schon mal ein Unternehmen gegründet hat, ist es, dass die Verwaltungsstromschnellen der Unternehmensgründung schnell durchschifft werden können. Der Gang zum Notar war also schnell getan und die notwendigen bürokratischen Schritte erledigt.

Ursprünglich haben wir mit nextAudit die Idee verfolgt ordentlich Geld für eine KI-Lösung im Audit Management einzusammeln. Ohne richtiges Produkt und mit einem 2-Mann-Team, traf unsere Idee bei potentiellen Investoren allerdings nicht auf riesige Resonanz. Dazu kam, dass das Thema Audit-Management kein aktuelles Hype-Thema ist, auf welches sich die Investoren mit großem Geldbeutel stürzen. Also war für uns klar: Finanziell lässt sich vorerst erstmal eine Software für die Digitalisierung des Audit Prozesses umsetzen. Die AuditCloud mit dem Slogan „Weniger Excel. Bessere Audits.“ war geboren. Natürlich haben wir unser ursprüngliches Ziel nicht vergessen 🙂 

Jahr 1: Open Innovation

Nur die Entscheidung eine Software zu entwickeln, stellt natürlich noch kein Produkt dar. Ich verbrachte also viel Zeit damit, die AuditCloud bei verschiedensten Unternehmen zu pitchen. Sowohl die Firma BABOR als auch die Firma REHAU entschieden sich dafür, gemeinsam mit uns eine Enterprise fähige Audit-Software zu entwickeln.  

Wie lief das ab?  

Die Jungs von Crisp Studio, einem anderen Aachener Startup, organisierten unglaublich produktive Design Thinking Workshops mit unseren intialen Kunden und wir entwickelten gemeinsam das Design, das unsere Audit Management Software auch heute noch ausmacht. Für REHAU ging es dann für mich und Frowin quer durch die Republik für einige Vor-Ort Workshops im kleinen Städtchen Rehau bei Hof. Soweit alles SUPER. 

Am 13.03.2020 kam dann, wie für viele Unternehmen, der Schlag ins Gesicht. Corona hat es sich in Deutschland gemütlich gemacht, und ich kann mit absoluter Sicherheit sagen: Hätte die Gründung auch nur ein WENIG später stattgefunden, gäbe es nextAudit heute nicht mehr. Nur die enge Zusammenarbeit mit unseren ersten Kunden machte unser inzwischen vier köpfiges Team überlebensfähig.  

Jahr 2: Produkt über alles

Im Jahr 2 ging es dann mit Volldampf an die sehr lange Todo-Liste aus unseren diversen Workshops. Im Nachhinein betrachtet fast unmöglich umzusetzende Kundenversprechen mussten erledigt werden. Das war anstrengend, hat aber auch geholfen das Produkt anwendungsnah zu entwickeln. Neben dem Fokus auf das Produkt, hatten wir uns mit diversen sehr bürokratischen Förderprogrammen beschäftigt und dabei auch eine richtig gute Erfahrung machen können: Startup-Akut von der NRW.Bank hat uns während des Lockdowns Wachstumsmöglichkeiten beschert und wir konnten unser Team auf 11 Leute erweitern. Hier gab es dann trotz großer Corona induzierter Investitionshemmungen erstmal richtigen Startup Spirit!  

Learning: Mit Kundenversprechen sollte man sich nicht überschätzen. Wir geben nur noch Versprechen, die wir auch nach Zeitplan einhalten können. Das erfordert allerdings Erfahrung im eigenen Entwicklungsprozess.

Jahr 3: Absprung

Jahr drei. Unglaublich.  

Die Mitarbeiterzahl blieb bis zum Ende von Jahr 3 ungefähr gleich.  

Was sich erstmal anhört wie Stagnation, ist in gewisser Weise beabsichtigt. Jahr drei steht ganz unter dem Motto Sprungbrett. Wir wollten uns neben der Neukundenakquise erst einmal darauf fokussieren, Kundenversprechen abzubauen und unsere Prozesse für eine bessere Skalierbarkeit weiter professionalisieren. Viele Prozesse liefen am Anfang von Jahr 3 noch über mich. Skalieren mit so einer Ausgangslage? No Way. 

Während des Zentis Startup Programms konnten wir noch einmal unsere Zielgruppe schärfen und wertvolle Inputs zu Prozessen generieren. Auch wenn wir unsere Hypothese, dass die AuditCloud besonders für Unternehmen aus der Lebensmittelbranche geeignet ist nicht positiv validieren konnten. Im Umkehrschluss hat uns diese Erkenntnis aber auch geholfen. Die AuditCloud ist nun eine Branchen-neutrale Lösung und wir fokussieren insbesondere auf größere mittelständische Unternehmen.

Um unsere Prozesse auf die Probe zu stellen, habe ich mir dann im Sommer eine längere Elternzeit genommen. (Einen besseren Weg zu überprüfen, ob alles passt gibt es meiner Meinung nach nicht) 

Und siehe da: Ich komme zurück und der Laden steht noch! Operative Prozesse laufen auch ohne mich und die aktuelle Prognose liegt das erste Mal seit Gründung in den grünen Zahlen. Gutes Momentum gab uns gegen Ende des Sommers mit SFS der erste Schweizer Kunde, mit dem Arbeiter Samariter Bund der erste Kunde im Sozialwesen sowie ein weiteres großes Unternehmen im Bereich Robotik.  

PS: Anfang des Jahres zogen wir auch zu unserem befreundetem Startup EMSU ins Büro. Pausen sind jetzt für legendäre Tischtennis Matches reserviert. Belastenderweise ist die Jugend hier gerade im Überholprozess.  

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